SONDER- UND SOZIALPÄDAGOGISCHE ARBEIT

Unsere Schule ist eine Schule des Gemeinsamen Lernens. Das bedeutet, dass bei uns seit Jahren Kinder, die einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf in den Bereichen der Sprachentwicklung, Lernentwicklung und emotionale und soziale Entwicklungsverzögerungen bedürfen, eine freundliche und offene Aufnahme erfahren.

Damit uns diese Aufgabe gelingt, arbeiten wir mit Sonderpädagogen zusammen. Eine Sozialpädagogin ist insbesondere für die Kinder der Eingangsstufe (Klasse 1 und 2) für die Entwicklung und Förderung ihrer basalen Fähigkeiten und Fertigkeiten zuständig.

Prävention vor der Schulzeit
Kurz nach der Anmeldung setzen sich die Schulleitung, die Sozialpädagogin und die Sonderpädagogin zusammen und erstellen eine Liste mit den Kindern, die auf Grund der ersten Wahrnehmung des Kindes bei der Schulanmeldung in den Kindertagestätten besucht werden sollten. Diese Kinder sind den Lehrer/-innen und der Schulleitung im Rahmen der Anmeldung in besonderer Weise aufgefallen, so dass diese Kinder ein weiteres Mal in unterschiedlicher Weise in den Blick genommen werden.

Im Anschluss wird unter Hinzuziehung der amtsärztlichen Meinung und der Erfahrung der Erzieherinnen der jeweiligen Kindertagesstätten (Kindergärten) gemeinsam mit den Eltern über die mögliche Notwendigkeit einer besonderen Förderung des Kindes gesprochen.

Es können dann z.B. Kontakte hergestellt sowie Diagnosen und Therapien empfohlen werden.

Prävention in der Grundschule
Die Aufgabenverteilung zwischen Grundschullehrer/-innen, der Sozialpädagogin und der Sonderpädagogin wird mit Hilfe der Konzeption der Förderstufen (s.u.) geregelt, beschrieben im Rügener Integrationsmodell (siehe Zeitschrift für Heilpädagogik 11/2011).

Somit:

  • beschulen die Grundschullehrer/-innen alle Kinder auf Förderstufe 1 gemeinsam mit den anderen Kindern in der Klasse.
  • fördert die Sozialpädagogin die Kinder der Förderstufe 2 in Kleingruppen oder Einzelförderung.
  • fördert der Sonderpädagoge die Kinder der Förderstufe 3 und Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf in Kleingruppen oder Einzelförderung.

Weitere Arbeitsgebiete der Sonderpädagogin sind:

  • Unterstützung/Coaching der Kolleg/-innen im Umgang mit verhaltensauffälligen Schüler/-innen: Hospitation, Besprechung, ggf. Einzelabsprache mit den Kindern (z.B. Wochenregeln)
  • Classroom management / vorbereitete Lernumgebung mit Kolleg/innen erarbeiten und damit konzentriertes Arbeiten fördern
  • Beratung, kurze Diagnostik im Rahmen der Beratungssprechstunde des Sonderpädagogen und bei konkreten Kindern auf schriftliche Anfrage
  • Diagnostik, Förderplanung und Förderung der Kinder, die einen erhöhten Förderbedarf (Förderstufe 3) mit Tendenz zur zieldifferenten Förderung (ab Klasse 3 mit AO-SF) haben. Die Förderung kann innerhalb des Klassenverbandes, in Kleingruppen oder in Einzelförderung stattfinden.

Konzeption der Förderstufen

Auf der Förderstufe 1 werden alle Kinder gemeinsam beschult.

Verantwortlich für den Unterricht ist die Grundschullehrkraft. Die Sonderpädagogin berät hinsichtlich spezifischer Maßnahmen, z.B. sprachheilpädagogisch förderliche Unterrichtsanteile. Bei allen Kindern erfolgt regelmäßig in den Bereichen Sprache und Mathematik eine kurze Lernfortschrittsmessung.

Auf der Förderstufe 2 werden Schüler/-innen gefördert, die in der Eingangsdiagnostik (Sozialpädagogin führt einen Test zur „Phonologischen Bewusstheit“, ARS und „Mathematische Grundkompetenzen“ Kalkulie durch) oder im Unterrichtsverlauf durch unterdurchschnittliche Leistungen auffallen. Es wird davon ausgegangen, dass dies etwa 20% der Kinder betrifft. Die unterrichtsintegrierte Förderung auf Stufe 1 erweist sich also für diese Kinder als nicht ausreichend, so dass spezifisch fokussierte Interventionen den Regelunterricht ergänzen müssen. Verantwortlich sind die Grundschullehrkraft und die Sozialpädagogin, die in Absprache Kleingruppen zu verschiedenen Bereichen anbietet.

Auf der Förderstufe 3 werden die Kinder gefördert, die auf die Förderung der Stufe 2 nicht ausreichend ansprechen (ca 5% aller Schüler). Für diese Kinder diagnostiziert die Sonderpädagogin das individuelle Lern- und Entwicklungsvermögen. In kooperativen Fallbesprechungen werden die Diagnostikergebnisse dargestellt und analysiert, Ansatzpunkte für die Förderung bestimmt und ein individueller Förderplan erstellt. Verantwortlich für die Einzelfallhilfe ist die Sonderpädagogin in Absprache mit den Grundschulpädagog/-innen. In der präventiven Einzelfallhilfe erhält das Kind in Abhängigkeit vom festgestellten individuellen Förderbedarf eine mehrere Bereiche umfassende Förderung.

Die Abstufung orientiert sich an der Darstellung des Rügener Integrationsmodells in der Zeitschrift für Heilpädagogik 11/2011.

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