GESTALTUNG DES SCHULANFANGS IN UNSERER SCHULE

Wenn Kinder in die Schule kommen, so ist dieser Schritt für alle Beteiligten von großer Bedeutung, manches Mal mit Ängsten belegt und/oder mit hohen Erwartungen bestückt. Daher ist es uns wichtig, den Kindern und auch ihren Eltern und Erziehungsberechtigten diesen Schritt so positiv wie möglich zu gestalten.

Folgende Grundüberlegungen und Gestaltungsprinzipien prägen daher alle Teile dieses Verfahrens:

Transparenz – Informationsbereitschaft

Es ist uns wichtig, dass Eltern (und Kinder) immer zu einem möglichst frühen Zeitpunkt über alle wesentlichen Entscheidungen, die den Bildungsweg betreffen, informiert sind. Es ist uns ebenso wichtig, Eltern und Kinder im Rahmen des gesamten Einschulungsprozesses über unser Schulleben, unseren Stil der Zusammenarbeit, unsere Aktivitäten zu informieren, damit schon zu einem frühen Zeitpunkt erfahren werden kann, wie an unserer Schule gearbeitet wird.

Offenheit – Zusammenarbeit – Vertrauen:

Es ist uns wichtig, dass das Verhältnis zwischen Elternhaus und Schule im Sinne des Kindes immer auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit beruht. Daher spielt „Offenheit“ für Gespräche, Anliegen und Sorgen eine große Rolle.

Es ist uns aber auch wichtig, dass Lehrer/innen mit Eltern und Kindern im gleichen Maße diesen Umgang pflegen können, der durch gegenseitigen Respekt und Toleranz geprägt ist.

Unserem Verständnis nach ist der Schulanfang eines Kindes nicht erst mit dem Einschulungstag gegeben, sondern beginnt schon mit dem ersten Kontakt, den Kinder und Eltern zu unserer Schule aufnehmen. In welcher Weise wir diesen ersten Kontakt gestalten und welche weiteren vorbereitenden Maßnahmen folgen, soll im Folgenden beschrieben werden.

Lernen und Fördern in der Klassengemeinschaft

Der Förderunterricht, der jedem Kind unserer Schule zugute kommt, findet im Rahmen des Klassenunterrichts statt. Hier werden die Unterrichtsinhalte aufgegriffen und vertiefende Übungen angeboten.

Die Kinder werden nach ihren Vorkenntnissen und Fähigkeiten möglichst individuell gefördert, damit sie in ihrer Lerngruppe bleiben und dort Fortschritte machen können.

Von uns angeschaffte oder erstellte Fördermaterialien haben wir unter folgenden Kriterien ausgewählt. Sie sind übersichtlich, motivierend sowie ansprechend und nach Möglichkeit mit einer Selbstkontrolle ausgestattet.

In regelmäßigen Teamsitzungen werden für besonders förderungswürdige Kinder Förderpläne erstellt. Die Zeiträume zur Evaluation sind individuell. Elterngespräche finden in diesem Zusammenhang auch außerhalb der Elternsprechtage statt, um außerschulische Förderung anzuregen und zu unterstützen.

Informationsabend

Wenige Tage vor der Anmeldung bieten wir den Eltern einen Informationsabend an, an dem wir unsere Schule als Gesamtsystem vorstellen. Ein Schwerpunkt des Abends ist auch eine Information darüber, welche Fördermöglichkeiten Eltern und Erzieher/-innen der Kindertagesstätten in den Monaten vor der Einschulung noch nutzen können, um den Lernerfolg der Kinder möglichst optimal zu gestalten.

Es erfolgt außerdem eine erste Information über Lernziele und –inhalte in der Eingangsstufe, sonderpädagogische Fördermöglichkeiten, die Arbeit der Sozialpädagogin, Übergangsmöglichkeiten und Klassenlehrerprinzipien. Ein weiterer Teil im Rahmen des Abends ist die Vorstellung unserer beiden Betreuungssysteme („Verlässliche Grundschule“ / OGS) und der weiteren Kooperationspartner. Auch der Förderverein informiert die Eltern über sein Engagement für die Schule.

Um einen Einblick in die praktische Arbeit zu ermöglichen, findet zeitnah zum Elternabend ein „Tag der offenen Tür“ statt.

Das Anmeldeverfahren

Da ein großer Teil der Eltern unserer Schule berufstätig ist, findet die Anmeldung überwiegend nachmittags statt. Nachdem alle wichtigen Daten des Kindes aufgenommen sind, führt die Schulleitung bzw. eine Lehrperson oder die Sozialpädagogin mit jedem einzelnen Kind ein „Schulspiel“ durch. Es dient einer ersten Kontaktaufnahme, einer ersten Einschätzung der Fähigkeiten und Fertigkeiten des künftigen Erstklässlers und der Information über die endgültige Aufnahme des Kindes in die Schule.

Teilaspekte der Beobachtung der basalen Fähigkeiten sind:

  • Mathematik: Raum-Lage-Beziehungen, Vorkenntnisse Geometrie, Vorkenntnisse Arithmetik
  • Deutsch: phonologische Bewusstheit, Sprachverständnis, Sprachfähigkeit
  • taktile, visuelle und auditive Wahrnehmung
  • Motorik

Sollte bei Kindern schon vor der Einschulung ein sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert sein, beraten wir an dieser Stelle über die unterschiedlichen Beschulungsmöglichkeiten des Kindes.

Vorzeitige Einschulung

In den letzten Jahren stellen wir vermehrt fest, dass Kinder oft schon früher als mit dem gesetzlich vorgesehenen Einschulungsalter Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen, die für den Schulalltag wichtig sind. Wir legen Wert darauf, diesen Kindern im Rahmen der Einschulung besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um spätere schulische Misserfolge möglichst auszuschließen. Wir laden diese Kinder daher wenige Monate vor der Einschulung (in der Regel im Mai) noch einmal in unsere Schule ein und führen mit ihnen ein Schulspiel durch, das die Entwicklungsfortschritte des Kindes seit der Anmeldung diagnostiziert. Schwerpunkte der Beobachtung sind hier die Ansprechbarkeit des Kindes in der Gruppe, die Selbststeuerung seines Lernens, die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit, seine Merkfähigkeit, Konzentrationsvermögen und Ausdauer.

Spielnachmittag

Wenige Monate vor der Einschulung führen wir gemeinsam mit den Kindern , den Lehrer/-innen der bestehenden Eingangsklassen, der Sozialpädagogin, dem Förderverein und der Schulleitung einen Spielnachmittag durch, dessen Ziel das gegenseitige Kennenlernen ist. Die neuen Erstklässler werden eingeladen, mit ihren zukünftigen Mitschüler/-innen eine erste „Unterrichtsstunde“ zu erleben. Diese Stunde ist in der Regel thematisch gebunden, so dass sie von allen Beteiligten als eine abgeschlossenen Einheit erkannt werden kann (z.B. Thema Zirkus, Indianer …). Die Pädagogen/-innen nutzen diese Stunde auch dazu, erste Beobachtungen der neuen Schüler/-innen durchzuführen.

Den Eltern wird im Rahmen eines „Kaffee-Trinkens“ die Gelegenheit geboten, Fragen zu stellen und weitere für sie notwendige Informationen einzuholen.

Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten

Bei der Anmeldung im Herbst des Vorjahres erbitten wir von den Eltern (per Unterschrift) die Erlaubnis, uns mit den Erzieher/-innen der Kindertagesstätten in Verbindung setzen zu können. Ziel dieser Kontaktaufnahme ist die Kenntnis über die Lernentwicklung der einzelnen Kinder. Dabei stehen schulvorbereitende Informationen im Mittelpunkt (basale Fähigkeiten).

Die Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte beginnt zunächst mit einem Besuch des Sonderpädagogen, der Sozialpädagogin oder einer Eingangs-Klassen-Lehrer/-in in den jeweiligen Kindertagesstätten. Dort kommt es zu einem ersten Austausch. Darüber hinaus führt die Sozialpädagogin im 2. Schulhalbjahr zusammen mit den Erzieher/-innen in einigen Kindertagesstätten das Sozialtraining „LUBO“ für Vorschulkinder durch.

Es finden im Laufe des Schuljahres gegenseitige Hospitationen der Eingangs-Klassen (Erstklässler) und der Vorschulkinder statt. Wenige Monate nach der Einschulung werden die Erzieher/-innen zu einem Kontaktgespräch mit den Eingangs-Klassen-Lehrer/-innen in unsere Schule eingeladen. Hier steht der Bericht der Lehrer/-innen über die Lernentwicklung der Kinder und das Klären noch offener Fragen im Mittelpunkt. Auch werden die Erzieher/-innen im September/Oktober des neuen Schuljahres zu einer Hospitation in der Eingangsstufe eingeladen. Ein weiterer Aspekt dieser Gespräche ist die langfristige Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses.

Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne!

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